Wozu Bürgergemeinschaften?

Die Bürgergemeinschaft Petershausen e.V. ist ein Stadtteilverein neben anderen in Konstanz. Brauchen wir eigentlich solche Stadtteilvereine? Schließlich haben wir doch in unserer Stadt eine recht gut funktionierende Verwaltung und einen gewählten Gemeinderat, der die für unsere Stadt entscheidenden Beschlüsse fällt und durchaus auch die Verwaltung kontrolliert. Viele Gemeinderäte haben ein offenes Ohr für die an sie herangebrachten Anliegen der Bürger.

Trotzdem gilt: Auch in der Kommunalpolitik gibt es für die meisten Probleme verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Für welche man sich entscheidet, hängt in der Regel stark von den eigenen Interessenlagen und den Meinungen der betroffenen Bürger ab. Ob z.B. eine freie Fläche in unserem Stadtteil bebaut wird oder nicht, stellt sich aus der Sicht des Bauinteressenten, der Wohnungsuchenden, der Anlieger, der Freunde eines schönen Stadtbildes u.a. jeweils oft sehr verschieden dar. Entsprechend ist der Druck der Interessenten auf die Stadtverwaltung und die Gemeinderäte oft sehr groß.

In diesem Spiel der Kräfte haben  professionell agierende Unternehmen  wie etwa Baugesellschaften und andere Investoren einen  Vorsprung gegenüber nicht organisierten Bürgern, ihre Sicht der Dinge durchzusetzen. Überlastete Gemeinderäte und Verwaltungen neigen dazu, auf deren druckvoll vorgebrachten Argumente  einzugehen. Parteien und Wählergemeinschaften stehen oft gut organisierten  Interessenverbänden nahe.

Die "normalen" Bürger müssen sich also, um die Berücksichtigung  ihrer  Wünsche zu erreichen, organisieren. Nicht jeder mag deswegen in eine politische Partei eintreten und sich damit auf Dauer an ein bestimmtes Meinungsspektrum binden.

Hier ist der Platz für Stadtteilvereine wie der Bürgergemeinschaft Petershausen. Sie versteht sich als Forum für die Organisation von Interessen Petershauser Bürgerinnen  und Bürger, und als Instrument, diese öffentlich zu artikulieren und gegenüber den Entscheidungsträgern zu vertreten.

Dabei bleibt die Bürgergemeinschaft überparteilich und arbeitet mit den Vertretern aller demokratischen Parteien zusammen. Sie tritt Verwaltung und Gemeinderat konstruktiv gegenüber,  steht ihrerseits allen Bürgern offen und strebt eine möglichst große Beteiligung vieler Bewohner an.

Henrich Tiessen


Kommentare (1)

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  • Dietmar Messmer
    Zum Verständnis wie überparteilich diese Bürgergemeinschaft arbeitet.

    Die BGP zählt derzeit zu ihren Mitgliedern immerhin 5 von 40 Gemeinderäten.
    Im geschäftsführenden Vorstand sind 2 explizite Parteimitglieder ( R.Link - CDU - und D.Messmer - Freie Grüne Liste/Grüne ) ehrenamtlich tätig.

    Die anderen Bürgervereinigungen in Konstanz sind seitens der Vorsitzenden zweimal CDU und einmal SPD dominiert.

    Eine Bürgergemeinschaft orientiert sich an der Vielfalt des politischen Spektrums. Sich selbst einen überparteilichen Mantel umzuhängen, widerspricht der Realität.
    Auch Nichtwähler stehen nicht abseits. Bürgerschaftliche Demokratie benötigt eine sorgsame Kenntnisnahme diverser Gesichtspunkte.

    Selbstverständlich sind wir gemeinsam bemüht, möglichst allen Bürgerinnen ein Forum zu bieten.

    Zur weiteren Vertiefung ins politische Leben in Konstanz sei auf die Informationsseite der Stadt Konstanz Kommunalwahlen verwiesen.