Im Blickpunkt: Sanierungsgebiet Petershauser Bahnhof

Auf der Südseite der Bahnlinie auf dem neu zu gestaltenden Gelände zwischen Jahnstraße / Petershauser Straße im Osten und Schneckenburgstraße im Westen sind die Würfel gefallen und die Bauarbeiten bereits in vollem Gange. BGP und BUND sorgen sich nun um die Gestaltung der Nordseite, wo noch fast alles möglich ist. In intensivem Dialog mit dem Planungsamt der Stadt versuchen wir gemeinsam, so gut wie möglich auf den Erhalt der Grünflächen und prägenden Bäume entlang der Gustav-Schwab-Straße, und der Gesamt-Gestaltung entlang der Bahngleise Einfluss zu nehmen.

Lesen Sie dazu eine Stellungnahme der Bürgergemeinschaft:

Zur Entwicklung und Zukunft des Stadtgrüns im Bereich des Bahnhofs Petershausen

– Eine Stellungnahme des BGP-Vorstandes –

Sehr aktuell ist in unserer Stadt erneut eine Diskussion über das Prinzip entbrannt, dass die Innenentwicklung der Stadt der Außentwicklung vorgezogen werden soll. Der Siedlungsdruck nimmt zu.

Die BGP ist bisher stets für eine maßvolle Innenentwicklung eingetreten. Von uns durchgeführte Diskussionsveranstaltungen haben eines gezeigt: Es kann immer nur im konkreten Fall entschieden werden, ob das Ausmaß von Verdichtung in unserem Stadtteil noch tolerabel ist. Innenentwicklung und Verdichtung setzen aber in jedem Fall voraus, dass es genügend wohnbereichsnahe grüne öffentliche Ausgleichsflächen gibt. Darüber hinaus hat städtisches Grün auch einen bedeutsamen ästhetischen Wert, ganz besonders auch was große Bäume betrifft, die für die heute Lebenden wegen der langen Aufwuchszeit junger Bäume von entscheidender Bedeutung sind.

Als positives Beispiel für den Umgang mit einem vorhandenen Baumbestand möchten wir die Hindenburgstraße erwähnen: Durch die Einplanung eines Grünstreifens zwischen der Kastanreihe und den neu entstandenen Studentenwohnungen samt Tiefgaragen konnten die prächtigen Bäume erhalten und geschont werden. Sie sorgen für ein äußerst attraktives Straßenambiente und leisten weiterhin einen wertvollen Beitrag zum Mikroklima.

Nachdem schon der größte Teil des gewachsenen Kastanienbestandes an der Von-Emmich-Straße den Neubauten geopfert werden musste (und der Rest ist extrem gefährdet), fürchten wir um den Grünbestand im westlichen Teil der Gustav-Schwab-Straße zwischen Pestalozzi- und Schneckenburgstraße jenseits der Bahntrasse. Lediglich unterbrochen durch das verwahrloste ehemalige Empfamgsgebäude des Bf. Petershausen zieht sich ein Grünzug von der Schneckenburg- zur Gustav-Schwab-Straße, dessen Baumbestand nunmehr durch die massiven Bauplanungen ebenfalls bedroht ist.

Bekanntlich sind von den im Bereich der Von-Emmich-Straße stehenden z.T. hundertjährigen Kastanien allenfalls zwei bis drei im Einmündugsbereich zur Petershauser Straße für eine gewisse Zeit zu erhalten – vorausgesetzt, sie überleben die jetzt begonnenen Baumaßnahmen.

Dieses Beispiel hat uns sehr deutlich gezeigt, dass die Erhaltung gewachsener Baumbestände bereits von Anfang an in städtebauliche und stadtplanerische Maßnahmen mit einbezogen werden, und dies durch die Bürger mit wachsamen Augen begleitet werden muss.

  • 1 Projekt Bf. Modell
  • 2 Gruen Gustav-Schwab-Str.-2
  • 3 Gruen am Kiosk

Dies gilt besonders im Großbereich des Bf. Petershausen nördlich der Bahlinie, dessen Überbauung derzeit in Planung ist. Die Grünflächen in diesem Bereich bekommen wegen der starken Verdichtung südlich der Bahnlinie eine besondere Bedeutung als Ausgleichsflächen.

Vertreter des BUND und der BGP waren sich einig, dass die Gustav-Schwab-Straße weiter als Allee gestaltet werden sollte. Dazu muss der jetzige Baumbestand erhalten bleiben, insbesondere die großen prägenden Kastanien, die seitens der Stadt auch entsprechend gepflegt werden sollten.

BUND und BGP lehnen einen Ausbau dieses Verkehrsweges als Autostraße ab, weil damit ausgesprochen vielfältige Baum- und Grünbestände zum Opfer fielen. Das Verschwinden dieser Baumbestände würde übrigens die sehr unattraktive Südseite der Zeppelin-Gewerbeschule ins Blickfeld rücken.

In den Diskussionen innerhalb der Bürgergemeinschaft und des BUND wurde auch gefragt, ob nicht auf ein oder zwei der insgesamt sechs Blöcke geplanter Studentenwohnungen zugunstenn eines größeren Grünanteils und einer Lockerung der Baumasse verzichtet werden könnte, zumal die hübsche Grünfläche zwischen dem Kiosk und der Schneckenburgstraße (Bild rechts) ebenfalls überbaut würde. Zu sehen ist diese Situation auf dem Modell "Machbarkeitsstudie der Deutschen Bahn" (Bild links); die hier braunen Wohnblock-Modelle – direkt am Bahngleis gelegen – füllen den gesamten Raum zwischen der geplanten Brückenrampe (links unten) und Bahnübergang an der Schneckenburgstraße (rechts oben) aus.

Als schützenswert erscheint uns auch der kleine Wald zwischen dem Hochhaus an der Schneckenburgstraße und dem Gelände der ehemaligen Chemiefabrik Ravensberg.

Wir bitten die zuständigen Damen und Herren der Stadtverwaltung darum, dass der jetzige Grünbestand nördlich und entlang der Bahnlinie zwischen Jahn- und Schneckenburgstraße erhalten und wenn möglich noch vermehrt wird.

Der Vorstand der Bürgergemeinschaft Petershausen e.V.
gez. Henrich Tiessen, Karl-Ulrich Schaible

Bitte vergleichen Sie zu diesem Thema unsere Stellungnahme: "Zur Quartiersentwicklung Bahnhof Petershausen"
vom 30. April 2010.


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